Katzenerziehung – Ist das wirklich möglich?

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Katzenerziehung – Ist das wirklich möglich?

(HauptBild: Ihsan Aditya / Pexels.com)

Ganz gleich ob Bengal-, Maine-Coon-, Perser-, oder Britisch Kurzhaarkatze. Egal ob Haus- oder Straßenkatze, Jung oder Alt. Katzen gelten als sensibel und eigensinnige Tiere. Damit Sie ein harmonisches Zusammenleben mit dem beliebtesten Haustier haben, ist eine Erziehung unerlässlich. Durch die Erziehung können Sie unter anderem zerkratzte Wände, Möbel und Vorhänge vermeiden.

Katzen werden nicht ohne Grund als Haustiere ausgewählt. Sie sind zwar sehr Dickköpfig und haben einen starken Willen, doch sind sie gleichzeitig auch empathisch, sensibel und können anhänglich und sehr verschmust sein. Wodurch eine innige Beziehung und Freundschaft zwischen Ihnen und dem Tier entstehen kann.

Um jedoch nicht zum Bediensteten ihres Haustieres zu werden und sich neben der Hängematte im Garten auch noch das Bett mit ihrem flauschigen Gefährten ungefragt teilen zu müssen, lohnt es sich, erzieherische Maßnahmen zu ergreifen.    

Wann sollten Sie ihre Katze erziehen und wie lange dauert die Katzenerziehung?

Um Ihnen die Erziehung ihrer Katze zu erleichtern, sollten Sie Fingerspitzengefühl sowie Empathievermögen besitzen. Unteranderem ist es auch hilfreich, rassenspezifische Besonderheiten ihres Wahl-Haustieres zu kennen, um Eigenschaften und naturgegebene Verhaltensweise zu verstehen und zu respektieren. Zusätzlich sollten Sie Zeit und Geduld aufbringen. Die Katzenerziehung ist nicht leicht, mit den richtigen Methoden jedoch durchaus möglich und ihr samtweicher Begleiter lernt nie ganz aus.

Nicht nur Babykatzen oder Katzenkinder lassen sich Verhaltensweisen an- oder abgewöhnen. In der Regel setzt bei ihnen der Lernerfolg zwar schneller ein, da sie sich noch keine anderen Verhaltensmuster angewöhnt haben. Dennoch können Sie mit genauso viel Geduld auch älteren Vierbeinern gewünschte Verhaltensweisen nahebringen.

Mit klaren Regeln schaffen Sie für sich und ihren Stubentiger eine angenehme Wohnatmosphäre.

So gelingt die Katzenerziehung

Aufgrund ihrer hohen Sensibilität nehmen Katzen die Stimmungslage des Menschen schnell wahr und merken, ob ihr Verhalten bei Ihnen gut oder schlecht ankommt. Katzen besitzen ihren eigenen Kopf und lassen sich nicht gerne herumkommandieren. Sie testen, genau wie Kinder, ihre Grenzen aus. Aus diesem Grund sollten Sie ihrem flauschigen Mitbewohner klare Grenzen setzen und diese konsequent verfolgen.

Katzen sind in ihren Wesenszügen selbstständig und sie verfolgen nicht den Anspruch, Ihnen permanent zu gefallen. Auf Basis dessen sollten Sie Zeit in die Bestärkung des von Ihnen erwünschten Verhaltens investieren, um es für die Katze möglichst attraktiv zu gestalten, sich nach ihren Vorstellungen zu verhalten.

Vorab sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass es Dinge gibt, die Katzen auf Grund ihrer Natur nicht lernen oder erlernen können. Dass die Vierbeiner an Einrichtungsgegenständen kratzen, ist keine Mutwilligkeit, sondern eine natürliche Art und Weise die Krallen zu kürzen. Eine Bestrafung wäre in diesem Fall nicht förderlich.

Sie sollten es sich zur Aufgabe machen, das unerwünschte Verhalten in alternative Wege zu lenken, die für Sie akzeptabel sind und das natürliche verhalten ihres Tieres nicht unterdrücken.

Hilfe bei der Katzenerziehung

Positive Bestärkung statt negative Bestrafung

Der Schlüssel zum Erfolg bei der Erziehung von Katzen liegt im Belohnen des erwünschten Verhaltens und im konsequenten Handeln.

  1. Feste Regeln: Von vornherein sollten Sie Regeln festlegen was ihr Kätzchen darf und was nicht. Diese sollten dann sowohl von Ihnen als auch von allen im Haushalt lebenden Personen konsequent und langfristig durchgesetzt werden. Eine Veränderung der Regel oder Inkonsequenz kann dabei den Lernerfolg behindern.
  2. Geduldig bleiben: Damit sich ein langanhaltender Lernerfolg einstellt, sollten Sie geduldig bleiben und immer wieder geduldig mit ihrem flauschigen Freund üben. Die Verinnerlichung vom Erlernten braucht meist mehr als ein paar Tage. Vergegenwärtigen Sie sich immer welche Erwartungen sie an ihr Tier haben und ob diese ein artgerechtes Katzenleben wahren. Zu wenig Freiraum kann zu einer frustrierten und unausgelasteten Katze führen.
  3. Positives Bestärken: Die Methode des Belohnens gestaltet sich effektiver, als wenn Sie versuchen ihre Katze mit Angst zu erziehen. Katzen lernen durch Verknüpfung von Situationen mit Reaktionen. Belohnen Sie erwünschte Verhaltensweisen unmittelbar mit Leckerlies oder Streicheleinheiten – so merkt sich das ihr flauschiger Freund und verknüpft dieses Verhalten mit einem Mehrwert für sich.

Richtig Schimpfen: Der Ton macht die Musik

Als Unterlassungskommando kann sich die Einführung des Wortes „Nein“ als Befehl lohnen. Um ihrer Katze klar zu sagen, dass sie etwas nicht tun soll, ist nicht das Wort die wirkende Komponente, sondern die Art und Weise wie Sie etwas sagen. Vorzugsweise sollten Sie immer dasselbe Wort wählen und dies gleich betonen. Unterstützend wirkt es, wenn Sie dabei mit strenger und verständlicher Stimme den Befehl ausrufen.

Zusätzlich stellt auch die zeitliche Abfolge einen zu berücksichtigenden Aspekt dar. Tut ihr Vierbeiner etwas Unerwünschtes muss die Bestrafung unmittelbar darauf geschehen, ansonsten ist dem Tier nicht bewusst, wofür er ärger bekommt. Dazu sollten Sie ihm umgehend danach auch eine Alternative aufzeigen.

Ist ihr Tigerchen also mal wieder geneigt an einem Möbelstück zu kratzen, greifen Sie unmittelbar mit bestimmter Stimme ein und setzten ihn anschließend zum Beispiel an einen Kratzbaum, wo sie ihn dann für sein Krallenwetzen belohnen.  

Erzieherische Hilfsmittel als Alternative

Wenn sich Ihr „Nein“ nicht durchsetzt und sich das unerwünschte Verhalten nicht einstellt,  können Sie auch auf alternative Hilfsmittel zurückgreifen. Den Clicker, der Ihnen eventuell aus der Hundeerziehung bekannt ist, können Sie auch bei der Erziehung von Stubentigern verwenden.

Durch das Clicker Training ist es Ihnen sogar möglich, ihrem Liebling stressfrei und spielerisch Tricks beizubringen. Beim Trainieren der Katze kann Ihnen auch das Imitieren der Katzensprache behilflich sein. Ein sanftes ins Gesicht pusten ähnelt beispielsweise dem Fauchen, mit dem sich Katzen untereinander maßregeln.

Der Einsatz von Wasser bei der Katzenerziehung ist umstritten. Bei der Nutzung von Wasser sollten Sie darauf achten, Ihr Tier nicht zu verschrecken, sodass es keine Angst bekommt und dauerhaft das Vertrauen in Sie verliert. Dabei hilft es, diese Methode nur sehr sparsam anzuwenden und nicht zur Gewohnheit werden zu lassen.

Trotz mehrerer Kuschelkätzchen in einem Haushalt Ordnung wahren – geht das?

Prinzipiell gelingt die Katzenerziehung auch bei mehreren in einer Wohnung lebenden Kätzchen. Hier sollten sie zunächst die Erziehung und Beziehung untereinander in Einklang bringen. Achten Sie darauf, Konkurrenz zu vermeiden und dass das Equipment in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht. Insbesondere gilt dies für Spielzeug, Kratzbäume und auch Hände für ausgiebige Streicheleinheiten.

Je mehr Rückzugsorte, bevorzugt erhöhte Plätze Sie schaffen, desto besser kommen alle miteinander aus. Um zu vermeiden, dass Ihre flauschige Rasselbande unkontrolliert durch die Wohnung wetzt und Chaos stiftet, sollten Sie sie ausreichend beschäftigen.

In dem Fall können Sie kreativ werden und nicht nur herkömmliches Katzenspielzeug verwenden. Schlichte Tennisbälle lassen sich zweckentfremden und eignen sich hervorragend als Spielzeug zur Beschäftigungstherapie.

(Bild: icon0.com / Pexels.com)

Bei der Haltung von mehreren Katzen ist unter anderem auch auf die Konstellation zu achten. Es gibt schließlich Katzen mit einer aktiveren Persönlichkeit und andere mit wiederum ruhigeren Wesenszügen.

Das richtige Maß an Zuwendung für jeden ihrer Lieblinge erkennen Sie oftmals intuitiv und können so Eifersucht entgegenwirken. Wenn Sie erkennen, dass einfache Grundsätze der Erziehung im Falle ihrer Konstellation nicht wie gewünscht funktionieren, empfiehlt es sich auch eine Hilfsstelle aufzusuchen. Spezielle Katzenforen können schnelle Hilfe bieten, um die Lebensqualität aller Beteiligten zu bewahren.

Todsünden der Katzenerziehung: 5 grundsätzlich zu vermeidende Fehler bei der Katzenerziehung

Damit Ihre Erziehung die gewünschten Erfolge hervorbringt und sich Ihre Mühen lohnen, sollten Sie grundlegend auf 5 Dinge achten:

  1. Absoluter Verzicht auf Gewalt
  2. Nicht Anschreien und Lärm vermeiden
  3. Bestrafen aus falscher Überzeugung
  4. Überforderung und Ungeduld vermeiden
  5. Die Natur der Katze missachten

Es sollte für Sie selbstverständlich sein, dass Gewalt nie zum lösungsorientierten Handeln beiträgt und dass im Umgang mit Tieren allgemein auf Gewalt jeglicher Art zu verzichten ist. Gewalt führt dazu, dass das Tier sein Vertrauen in Sie verliert und verstärkt unerwünschte Verhaltensweisen auftreten. Sie sollten Ihr Haustier als Individuum betrachten, dem sie Dinge spielerisch beibringen können – jedoch nicht Ihren Willen aufzwingen können.

Vermeiden sie zusätzlich laute Geräusche und verzichten Sie darauf, Ihr Tier anzuschreien. Katzen haben ein sensibles Gehör, auf einen Wutausbruch würden sie eher mit Angst und Flucht reagieren. Außer vermeidbaren Stress würde aus dieser Situation kein lehrreicher Nutzen hervorgehen.

Bevor Sie ihre Katze bestrafen, beispielsweise für eine Unreinheit, sollte Sie sich der Ursache bewusstwerden. Geschieht so etwas aufgrund einer Erkrankung, wird sich durch eine Bestrafung keine Besserung einstellen. Geben Sie sich und ihrem Fellknäuel Zeit und überfordern sich nicht. Setzen Sie sich realistische Ziele und bringen Sie diese ihrer Katze in kontinuierlichen und kleinen Schritten bei. So erzielen sie einen langfristigen Lernerfolg ohne die natürliche Verhaltensweise zu beeinträchtigen.

Fazit

Im Gesamten betrachtet kann Katzenerziehung ein zeitaufwendiges und teilweise Nerven aufreibendes, jedoch lohnenswertes Unterfangen für Sie darstellen. Damit sie und auch ihr Stubentigerchen eine harmonische und zufriedene Beziehung miteinander führen, sind Regeln unerlässlich.

Indem Sie sich mehr Gedanken über die Dinge machen, die Ihr Kater oder Ihre Katze tun soll und diese positiven Verhaltenseigenschaften fördern und belohnen, erleichtern Sie sich die Erziehung. Zudem setzen Sie Ihr Tier einer weniger stressigen Situation aus. Aufgrund ihrer sensiblen Art lehnen sie Situationen ab, die mit Stress, Zwang oder Druck im Zusammenhang stehen. So lässt sich festhalten, dass durch ein wenig Erziehung sowohl Ihre als auch die Lebensqualität Ihres plüschigen Freundes gesteigert wird.

Bildquellen

Bild 1: https://www.pexels.com/photo/close-up-photography-of-sleeping-tabby-cat-1056251/

Bild 2: https://www.pexels.com/photo/gray-and-brown-kitten-in-cardboard-box-730119/

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